Dinge, die ich gerne gewusst hätte, bevor ich meine erste Aufgabe bekommen habe
Nach 6 Wochen „Training Days“ saß ich vor meinem Setup in der neuen Abteilung. Man freut sich und denkt: „Endlich kann ich programmieren“. Ich wurde eingearbeitet und dachte ich sei ready, um Aufgaben und Tickets zu bekommen, Features einzubauen oder Bugs zu beheben. Diese Freude hielt genauso lange an, bis ich zum ersten Mal die Cockpit Codebase in meiner IDE, einer Entwicklungsumgebung zum Schreiben und Verwalten von Code, geöffnet habe. 40 verschiedene Projekte, hunderttausende Zeilen an Code und das Ändern einer Codezeile kreiert einen Error in 5 verschiedenen Dateien. Schnell habe ich gemerkt, dass es in der Anwendungsentwicklung nicht nur um das Schreiben von Code geht, sondern um so viel mehr. Um diesen Horror nicht zu erleben, erkläre ich Dir die 5 wichtigsten Tipps, die Du für Deinen Alltag als Azubi für Anwendungsentwicklung brauchst.
Platz 5: Dokumentation (Lesen & Schreiben)
In Enterprise-Level-Projekte arbeitet man nicht mehr im Alleingang, sondern mit mehreren Kollegen im Team. Deshalb ist es wichtig, neue Features, Fehlerbehebungen und auch komplexe Codeabschnitte zu dokumentieren und sinnvoll zu kommentieren. So können andere Teammitglieder Änderungen nachvollziehen, ohne sich erst durch unzählige Dateien arbeiten zu müssen. 40 verschiedene Cockpit Projekte? Dank der ausführlichen Dokumentation der Kollegen konnte ich schnell ins Projekt einsteigen und neue Funktionen einbauen.
Platz 4: GIT meistern
GIT als Versionskontrollsystem ist der beste Freund eines Developers. Wenn Du GIT beherrschst, dann kannst Du Codeänderungen widerrufen, verlorene Fortschritte wiederherstellen und Änderungen voneinander segmentieren. Es ermöglicht Dir die absolute Kontrolle über Deine Änderungen und ermöglicht die notwendige Übersicht, um produktiv und effizient zu bleiben.
Als Guideline habe ich dieses Handout erstellt:
Note: Aktuelle IDE’s und Code-Editoren verfügen über eine grafische Benutzeroberfläche (GUI), die das Ausführen dieser Funktionen vereinfacht.
Platz 3: Kommunikation im Team
Ich habe zwei Wochen an einer Aufgabe gesessen, um später zu bemerken, dass es für 50% meiner eingebauten Logik schon ein Tool gab.
Oder das eine Mal, als ich eine Implementierung gebaut habe, nur um später zu merken, dass es einen viel einfacheren und schnelleren Ansatz gegeben hätte.
Mangelnde Kommunikation in der Anwendungsentwicklung kann oft dazu führen, dass man redundante oder unnötig komplizierte Funktionen baut. Daher sollte man immer in Kontakt mit seinen Teamkollegen bleiben, um über Änderungen und Tipps informiert zu sein.
Platz 2: Debugging & Fehleranalyse
Es gibt zwei Arten von Personen beim Auftauchen eines Errors. Die eine Person sieht es, ändert Sachen im Code und hofft, dass es im Nachhinein funktioniert. Die andere Person sieht den Error, simuliert Ihn nochmal mit einem oder mehrerer Breaktpoints, benutzt Monitoring Tools (z.B. Sentry) und legt fest, wo die Ursache liegt. Eine Fehleranalyse ist essenziell für jeden Entwickler. Besonders, wenn man neu an einem Projekt arbeitet. So kann man sich schnell mit der Codebase vertraut machen und Zeitverschwendung vermeiden.
Platz 1: Das „Big-Picture“ verstehen
Niemand versteht ein Riesen-Projekt an einem Tag. Merk Dir nicht jedes Detail, sondern versuche Zusammenhänge zu finden, um Dir einen Überblick verschaffen zu können. Die Erfahrung und das Wissen kommen mit der Zeit, daher ist es für den Anfang erstmal wichtig, die erfolgreiche Bearbeitung Deiner Aufgaben.
Trotzdem ist es natürlich notwendig, sich mit neuen Konzepten, Tools und Methoden auseinanderzusetzen, denn nur so entwickelt man sich weiter.
Ich hoffe diese Tipps helfen Dir Anfang weiter!














