Wenn du auf deinen bisherigen Weg zurückblickst: Was hat dich ursprünglich zur Softwareentwicklung gebracht – und was hält dich bis heute in diesem Beruf?
Zu Weihnachten habe ich mal einen ausrangierten 386er geschenkt bekommen. Es war Liebe auf den ersten Blick (lacht). Diese Liebe hielt bis zum Studium und darüber hinaus. Da ich nach meinem Studium nicht aus Bielefeld wegziehen wollte, gab es nicht viele Optionen für mich. Darum habe ich zunächst ein Lehramtsstudium in Mathe und Geschichte dazwischengeschoben. Während des Studiums hat mich dann eine Freundin gefragt, ob ich nicht Lust habe, bei einem großen Unternehmen in Gütersloh zu arbeiten. So bin ich durch Zufall in den Beruf des Software Developers gerutscht.
Viele Jahre vergingen und mein Leben war oft im Wandel. Mit der Zeit flachte dann meine Leidenschaft zum Entwickeln von Software langsam ab. DTS hat es aber geschafft, den Spirit für Softwareentwicklung „Made in Herford“ wieder zu entfachen. Es ist schön, ein so tolles Team um sich herum zu haben, mit dem wir große Projekte gemeinsam realisieren und uns aufeinander verlassen können.
Du entwickelst Security Software bei DTS, als deutscher Hersteller. Was hat für dich persönlich den Ausschlag gegeben, diesen Weg einzuschlagen?
Ich finde einfach, dass es in der heutigen Zeit umso wichtiger ist, Software aus dem eigenen Land zu betreiben und zu nutzen. Wir dürfen uns nicht nur auf andere verlassen. Mit unserem Software Development Team bei DTS können wir hervorragende Software entwickeln und in den eigenen, deutschen, zertifizierten Rechenzentren betreiben. Wir versuchen in diesem Bereich als Innovatoren und Enabler voranzugehen, obwohl qualitative (Security-)Software aus der EU oder gar Deutschland lange als undenkbar galt. Das ist für mich eine große Motivation.
Der Begriff „digitale Souveränität“ wird immer häufiger verwendet. Was bedeutet er für dich konkret im Entwickleralltag?
Für mich bedeutet das, sich nicht ausschließlich auf Third-Party-Tools zu verlassen, sondern Software auch eigenständig zu denken und zu entwickeln. Unser Anspruch sollte sein, mit möglichst wenigen Abhängigkeiten zu arbeiten und auch im Endprodukt größtmögliche Unabhängigkeit zu wahren. So behalten wir bewusst die Kontrolle darüber, wo unsere Daten liegen, wer Zugriff darauf hat und welche externen Einflüsse wir wirklich akzeptieren wollen.
Was macht es aus deiner Sicht aus, Security Software nach europäischen Standards zu entwickeln – gerade im Vergleich zu globalen, oft außereuropäischen Herstellern?
Im Großen und Ganzen steht der Datenschutz in Europa einfach wesentlich stärker im Fokus. Das ist in den USA oder in Asien schlicht nicht der Fall. Dort bezahlt man oft „tolle“ Features mit seinen Daten. Rechtskonformität ist bei uns kein Zusatz, sondern die Grundlage. Europäische Vorgaben führen zu klaren technischen Entscheidungen, etwa bei Zugriffskontrollen.
Welche Rolle spielt für dich als Entwickler Verantwortung, wenn es um sensible Daten, kritische Infrastrukturen oder langfristiges Vertrauen von Kunden geht?
Ich möchte Software entwickeln, die ich auch selbst bedenkenlos nutzen würde. Sprich, wir schaffen Lösungen, bei denen ich mich nicht fragen muss, was mit meinen Daten passiert. Als Software Developer sehe ich es in meiner Verantwortung, dass sensible Daten und kritische Systeme zuverlässig geschützt sind. Deswegen versuche ich Entscheidungen lieber nachhaltig als kurzfristig zu treffen, auch wenn die letzteren sicherlich bequemer wären. Nur durch konsequente, verantwortungsbewusste Arbeitsweise entsteht meiner Meinung nach langfristiges Kundenvertrauen.
Wie beeinflusst das „Made in Germany“-Selbstverständnis von DTS eure Entscheidungen auf Arbeit? Inwiefern prägen Werte und Haltung generell die Art und Weise, wie man Software entwickelt?
Wir wollen robust, erklärbar und langfristig verlässlich mit unserer Software sein. Als ich noch zur Schule ging, war „Made in Germany“ nicht nur ein Etikett, sondern ein Zeichen für Qualität, Zuverlässigkeit und Vertrauen. Diese Qualitätsanspruche möchten wir auch mit unserer Software erfüllen. Wir entwickeln Software „by design“ und nicht „by checkbox“. Unsere Lösungen sollen also nicht nur funktionieren, sondern Vertrauen schaffen. Wir verlassen uns nicht nur auf Third-Party-Tools, sondern entwickeln Funktionalitäten neu, da wir uns nicht mit "it works for now" zufriedengeben.
Was gewinnen Kunden aus deiner Sicht heute dadurch, dass sie auf souveräne, europäische Security-Lösungen setzen?
Kunden gewinnen vor allem geopolitische und digitale Eigenständigkeit. Sie profitieren von einem deutlich höheren Datenschutzniveau und arbeiten mit verlässlichen Partnern zusammen, deren Lösungen europäischen Gesetzen wie der DSGVO unterliegen. Gleichzeitig stehen diese Lösungen häufig für mehr Transparenz, geprüfte Standards und damit für ein höheres Maß an Vertrauen. Neben langfristiger strategischer Sicherheit erhalten Unternehmen schlichtweg passgenaue IT-Lösungen, die speziell auf die Anforderungen, regulatorischen Rahmenbedingungen und Bedrohungsszenarien des europäischen Marktes zugeschnitten sind.













