Tiering

Was ist Tiering?

Beim Tiering handelt es sich um ein Konzept, bei dem Daten effizient gespeichert werden sollen. Das bedeutet, dass Daten auf verschiedene Speicherklassen („Tiers“) verteilt werden. Auf welchem Tier die jeweiligen Daten gespeichert werden hängt davon ab, wie oft und wie schnell auf die Daten zugegriffen wird.

Arten von Tiering

Die zwei bekanntesten Arten von Tiering sind Storage Tiering und Security-Tiering.

Storage Tiering: 

Beim Storage Tiering werden die Daten in verschiedene Speicherklassen abgelegt, je nach Zugriffshäufigkeit oder anderen Kriterien. Beispiele für Tiers wären:

  • Hot: Daten die sehr häufig genutzt werden. Medien wie NVMe-SSDs (Solid State Drives) oder schnelle SSDs.
  • Warm/Cool: Daten, welche nicht permanent benötigt werden, nur ab und zu. Hier werden etwas langsamere SSDs oder schneller HDDs genutzt.
  • Cold: Daten die selten genutzt werden. Es werden Festplatten oder Archiv-Cloudspeicher genutzt.
  • Archive/Deep Archive: Dies ist für Langzeitaufbewahrung. Die Daten werden sehr selten oder gar nicht genutzt. 

 

Security-Tiering (z.B. Active Directory): 

Beim Security-Tiering wird die IT-Infrastruktur in verschiedene Stufen eingeteilt, je nachdem, wie viele Zugriffsrechte dort erlaubt sind, um eine Kompromittierung der gesamten Infrastruktur zu vermeiden.

  • Tier 0: Die höchste Sicherheitsstufe in der Identitäten und Berechtigungen verwaltet werden (z.B. durch Active Directory, Domain-Controller).
  • Tier 1: Administrative Konten welche die Server-Infrastruktur wie File-, Datenbank- und Anwendungsserver umfasst
  • Tier 2: Administrative Konten die Benutzerkonten oder Endbenutzer-Geräte umfassen.
     

Neben dem Storage Tiering und dem Security-Tiering gibt es auch noch das Rechenzentrums-Tiering und das Netzwerk-Tiering.

Funktionsweise von Storage Tiering

Storage Tiering funktioniert immer nach einem bestimmten Ablauf:

  1. Datenklassifizierung: Es wird ermittelt, welche Daten wie häufig genutzt werden, wie wichtig sie sind und welche Perfomance benötigt wird. Dabei werden Kriterien wie letzte Zugriffszeit, Änderungsfrequenz oder geschäftlicher Wert verwendet.
  2. Aufbau und Definition von Tiers: Es werden verschiedene Speicherschichten definiert, z.B. hohe Leistung (SSDs/NVMe), mittlere Leistung (HDDs) und Archiv (Band, Cloud).
  3. Datenplatzierung & Migration: Die Daten werden je nach Klassifizierung in den passenden Tier gelegt. Bei automatisiertem Tiering werden durch das System laufend Zugriffsmuster überwacht. Die Daten werden dynamisch zwischen den Tiers verschoben z.B. „Hot“ Daten in schnelle Medien und „Cold“ Daten in preisgünstigeren Medien.
  4. Transparenz & Automatisierung: Die Daten werden durch das System automatisch zwischen den Tiers verschoben und für Anwendungen bleibt dabei der Zugriff unverändert. Nutzer merken nicht, ob Daten gerade in einem schnellen oder einem langsameren Speicher liegen.
  5. Monitoring und Optimierung: Es ist wichtig das Tiering-System regelmäßig zu kontrollieren und Regeln auszuwerten und anzupassen damit es effizient bleibt.

     

Vorteile von Tiering

Tiering bietet diverse Vorteile:

  • Kostenoptimierung: Häufig benötigte Daten liegen auf schnellen, aber teuren Speichermedien so wie SSDs. Dabei liegen selten benötigte Daten auf günstigeren, langsameren Medien wie HDDs.
  • Effiziente Ressourcennutzung: Die Speicherressourcen werden sinnvoll eingesetzt und High-Perfomance Systeme werden nicht mit selten genutzten Daten belastet.
  • Skalierbarkeit und Flexibilität: Das System kann flexibel erweitert werden durch den Aufbau mehrerer Tiers z.B. neue Speicherebenen hinzufügen oder Daten automatisch zwischen Tiers verschieben.
  • Verbesserte Sicherheit & Kontrolle: Sensible Bereiche können besser isoliert werden und pro Tier lassen sich Zugriff und Berechtigungen differenziert steuern.

     

Fazit

Tiering ist ein effizientes Konzept zur Strukturierung von Daten, Systemen und Zugriffsrechten. Dadurch wird die Leistung verbessert, Kosten werden gesenkt und die Sicherheit wird erhöht, indem Ressourcen je nach Bedarf sinnvoll verteilt und verwaltet werden.

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