SOAR

Was ist SOAR?

SOAR (Security Orchestration, Automation und Response) bezieht sich auf eine Software-Plattform, die Security-Teams unterstützt. Sicherheitsanalysten können mithilfe einer SOAR-Plattform Bedrohungen schneller erkennen, analysieren und automatisch darauf reagieren. 

Elemente von SOAR

Es gibt drei Hauptelemente von SOAR:

  1. Security Orchestration: Dabei werden verschiedene Security-Tools (z.B. SIEM-Systeme, IPS oder Firewalls) und Datenquellen (z.B. Router oder Active Directory) integriert, um einen einheitlichen Überblick und eine automatisierte Zusammenarbeit zu schaffen.
  2. Automation: Wiederkehrende Sicherheitsmaßnahmen (z.B. die automatische Analyse von E-Mails oder der Abgleich von IPs mit Threat-Intelligence-Datenbanken) werden automatisiert ausgeführt, damit ein manuelles Eingreifen nicht mehr erforderlich ist.
  3. Response: Ein SOAR-System unterstützt bei automatischen Reaktionen auf einen Incident und dokumentiert alle Schritte, damit diese im Nachhinein nachvollziehbar sind.

     

Funktionen von SOAR

Typische Funktionen einer SOAR-Plattform sind:

  • Incident Management: Durch SOAR werden Tickets automatisch angelegt und verwaltet, alle relevanten Daten zentral gesammelt, Aufgaben im SOC-Team einfacher verteilt und Handlungsanleitungen bereitgestellt, um den Workflow zu verbessern.
  • Playbooks: Playbooks sind vordefinierte und automatisierte Workflows, welche durchlaufen werden, sobald es einen Incident gibt. Ein Playbook legt also genau fest, wie ein Incident behandelt werden soll.
  • Threat Intelligence Integration: SOAR greift automatisch auf Infos aus bereits bestehenden Datenbanken über bekannte Angriffe, Hacker, IPs, Domains, Dateien oder Muster zu. Ziel ist es, herauszufinden, welche Bedrohungen existieren.
  • Automation: SOAR ermöglicht automatisierte Analysen und Reaktionen, wie zum Beispiel das Sperren einer IP-Adresse, um Bedrohungen schnell und effizient einzudämmen.
  • Reporting und Compliance: Zur besseren Transparenz und Nachvollziehbarkeit stellt SOAR eine lückenlose Dokumentation aller Schritte in Form von Audit-Trails bereit und ergänzt diese durch ein Dashboard mit Echtzeit-Übersicht.

Typischerweise wird SOAR in Security Operations Centern (SOC) genutzt.
 

Vorteile von SOAR

Vorteile einer SOAR-Plattform sind:

  • Schnellere Reaktionszeit: Durch die Automatisierung von Prozessen können Sicherheitsvorfälle deutlich schneller erkannt und behoben werden, was die Reaktionszeit im SOC erheblich verkürzt.
  • Entlastung der Analysten: Manuelles Eingreifen ist nur noch bei komplexen Sachverhalten notwendig.
  • Konsistenz und Standardisierung: Durch die Automatisierung sind es immer die gleichen, geprüften Abläufe, die stattfinden.
  • Bessere Integration der Security-Tools: Alle Daten von verschiedenen Systemen laufen in einer Plattform zusammen.
  • Transparenz und Nachvollziehbarkeit: Jeder Schritt wird automatisch dokumentiert.
  • Skalierbarkeit: Das SOC-Team bleibt immer handlungsfähig und kann leicht neue Playbooks hinzufügen.
  • Verbesserte Threat Intelligence Nutzung: Die Bewertung von Bedrohungen ist genauer und schneller.
  • Kosten- und Ressourceneffizienz: Der Personalaufwand pro Alarm sinkt, man verwendet weniger Zeit pro Incident. 

     

Unterschiede zu SIEM (Security Information and Event Management)

Es gibt wesentliche Unterschiede zwischen einer SOAR- und einer SIEM-Plattform:

  • Fokus: Beim SIEM liegt der Fokus auf dem Identifizieren und Melden, während SOAR vor allem auf Automatisierung und Reaktion abzielt.
  • Datenquellen: SIEM-Tools ziehen Daten aus Logs und Events. SOAR erweitert dies um Alerts von anderen Tools wie auch aus Logs und Events.
  • Nutzen: Mit einem SIEM erhält man eine bessere Sichtbarkeit und Detection. Im Gegensatz dazu ist SOAR auf schnellere und konsistentere Reaktionen ausgelegt.
  • Analystenrolle: Bei einem SIEM müssen die Analysten selbst den Alarm untersuchen. Eine SOAR-Plattform nimmt Analysten die Arbeit ab, sodass Entscheidungsprozesse beschleunigt werden.

     

Fazit

SOAR ist ein zentrales Werkzeug der modernen IT-Sicherheit, da es die Vielzahl an Sicherheitsmeldungen und -tools in einem Unternehmen effizient bündelt. Durch die Kombination von Orchestrierung, Automatisierung und standardisierten Reaktionsprozessen entlastet es Sicherheitsteams, reduziert Reaktionszeiten und erhöht die Effektivität im Umgang mit Cyber-Bedrohungen. Damit stellt SOAR eine wichtige Ergänzung zu klassischen Monitoring- und Analysewerkzeugen wie SIEM dar und trägt maßgeblich zur Stärkung der Resilienz von Organisationen bei.  

 

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